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Weißer Klarapfel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Riga/Baltikum
Seit
1852
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
pyramidal, breitkugelig
Ernte
Ende Juli – Anfang August (07E-08A)
Blüte
früh
Genussreife
Ende Juli – Mitte August (07E-08C)
Wikidata
Q1759796

Tafelobst Wirtschaftsobst Kochobst

#Extremlagen

Synonyme: Augustapfel, Haferapfel, Jakobiapfel, Johannisapfel, Jörgapfel, Klara-Apfel, Klarapfel, Kornapfel, Polnischer Papierapfel, Sommerscheibe, Weizenapfel, Weiße Füllung, White Transparent, Yellow Transparent, Ährenapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Weiße Klarapfel wächst in der Jugend mittelstark, mit steil bis schräg abgehenden Leitästen; in der Ertragsphase lässt das Wachstum nach, und der Baum bildet nur mittelgroße, pyramidale bzw. breitkugelige Kronen. Auffällig sind das sehr große, länglich-ovale, hell- bis mittelgrüne Laub, das oft schon im August oder September – weit vor anderen Apfelsorten – in die Herbstfärbung geht, und die eigentümlich leicht grünliche Färbung junger Stämme und Äste. Die Sorte gilt als relativ robust gegen Schorf und als sehr frosthart, weshalb sie auch in Höhenlagen noch gepflanzt werden kann; sie benötigt jedoch einen lockeren, gut durchlüfteten Boden, denn auf allzu schweren oder staunassen Böden reagiert sie anfällig für Obstbaumkrebs. In geschlossenen, schlecht durchlüfteten Lagen kann Schorf auftreten, an trockenen Standorten Mehltau; Wikipedia nennt zusätzlich eine Anfälligkeit für Blutlaus und weist darauf hin, dass die Angaben zum Nährstoffbedarf des Bodens in der Literatur widersprüchlich sind. Die Blüte erscheint früh, auffallend weiß und recht groß, hält lange an und besitzt fruchtbaren Pollen (diploid), weshalb die Sorte oft als gute Befruchtersorte empfohlen wird – wegen des frühen Blühtermins besteht allerdings eine gewisse Spätfrostgefahr für die Blüten. Der Ertrag setzt früh ein und ist relativ reich und regelmäßig; um Kleinfrüchtigkeit und eine zu frühe Vergreisung zu vermeiden, sollte die Krone regelmäßig ausgelichtet werden. Der Bergische Streuobstwiesenverein führt die Sorte als Gartensorte mit eingeschränkter Eignung für die Streuobstwiese, weist aber darauf hin, dass sie vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen wird. Angaben zur Lebensdauer oder zur Eignung als Straßenbaum fanden sich in den ausgewerteten Quellen nicht.

Geschmacklich ist der Weiße Klarapfel ein säuerlicher Sommerapfel: das Fruchtfleisch ist grünlich-weiß, locker, zum richtigen Reifezeitpunkt saftig, vorwiegend säuerlich und etwas zitronig-schwach aromatisch, wird aber bald mehlig. Pflückreif ist er Ende Juli bis Anfang August (BSOWV: 25.07.–05.08.); mehrfaches Durchpflücken ist nötig, und der richtige Moment ist erreicht, wenn die grünen Früchte am Baum ganz leicht ins Gelbliche aufzuhellen beginnen – dann geerntet, schmeckt die Sorte nach Bannier durchaus gut. Die Früchte halten nur ein bis zwei Wochen und sollten in dieser Zeit verbraucht oder verarbeitet werden; sie sind sehr druck- und transportempfindlich und platzen überreif auf. Verwendet wird die Sorte als früher Tafelapfel und vor allem in der Küche: sie gibt nach Bannier ein hervorragendes Apfelmus, Wikipedia nennt außerdem Apfelstrudel; Saft ist möglich, aber unüblich. Für den Erwerbsanbau ist sie wegen Druckempfindlichkeit und kurzer Lagerdauer heute bedeutungslos.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß, bei starkem Behang auch klein, uneinheitlich in Größe und Form, typisch kegelförmig und etwas kantig, zum Kelch deutlich verjüngt, mit unregelmäßig über die Frucht laufenden Kanten und gelegentlich einem feinen, scharfkantigen Grat. Die Schale ist glatt, mattglänzend, etwas wachsig und angenehm duftend, die Grundfarbe baumreif weißlich-grün mit grün abgesetzten Schalenpunkten, in der Reife weißlich-gelb; eine Deckfarbe fehlt meist. Kelchgrube eng bis mittelweit, flach bis mitteltief, teils mit Fleischperlen und von Kanten oder Wülsten umgeben, Kelch mittelgroß, halboffen oder geschlossen; Stielgrube mittelweit, lange grün bleibend, meist wenig berostet, Stiel mittellang bis lang und meist deutlich herausragend. Ähnliche Früchte haben Lodi, Früher Viktoria und Herzogin Olga, weshalb zur Unterscheidung die Baummerkmale herangezogen werden sollten. Die Sorte stammt ursprünglich aus dem Baltikum (Riga, Baumschule/Gärtnerei M. Wagner) und wurde 1852 an die Baumschule Leroy in Angers geliefert, von wo aus sie in ganz Europa verbreitet wurde. Sie ist bis heute fast auf jeder Obstwiese in einzelnen Bäumen zu finden und war bis in die 1960er Jahre ein gern gepflanzter Selbstversorger-Apfel in Haus- und Kleingärten; der Name „Jakobiapfel“ bezieht sich auf die Reife um den Jakobitag (25. Juli). Als Literatur nennt Bannier u. a. „Deutschlands Obstsorten“ (Müller/Bißmann u. a.), Lucas, Kessler „Apfelsorten der Schweiz“ (1947), Petzold „Apfelsorten“ (1982) und den Obstsorten-Atlas von Silbereisen/Götz/Hartmann; historische Tafeln und Texte sind über die Obstsortendatenbank des BUND Lemgo zugänglich. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von Hans-Joachim Bannier (obstsortenerhalt.de, 2025, aus dem „Atlas der Apfelsorten Deutschlands“) sowie auf dessen Kurzbeschreibung beim Bergischen Streuobstwiesenverein, ergänzt um den Wikipedia-Artikel.

Quellen: Weißer Klarapfel · Weißer Klarapfel – Bergischer Streuobstwiesenverein · Weißer Klarapfel – Wikipedia · Weißer Klarapfel – Obstsortendatenbank (nda) · Weißer Klarapfel – Obstsortendatenbank (ubd) · Weißer Klarapfel – Obstsortendatenbank (sei, Farbtafel Seitzer) · Weißer Klarapfel – Obstarche Reddelich · Sommerapfel 'Weißer Klarapfel' – NaturaDB (geringe Verlässlichkeit) · Sommerapfel 'Weißer Klarapfel' – Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit) · Apfelbaum Weißer Klarapfel – biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit) · Nicht sortenbezogene Treffer (aussortiert)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-27). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Frosthart, sehr früher Apfel. Davon hatten wir einige in Radevormwald.

Gilt generell als Experte für Höhenlagen und #Extremlagen . Das hat wohl auch mit den vielen und ehr Kleinen Stomata auf den Blättern zu tun.

Einen meisten Beständen mit Abstand der früheste Apfel, kann im Juli/August geerntet werden. Besonders beliebt für Apfelmus. Mehrfach Durchpflücken hilft ihn etwas zu strecken.

Eigene Beobachtungen

In der Literatur

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 6

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
VII 6dtvnV3 Streuobstplantage Gartenfeld 1930 Karte
VIII l9KfjmO Streuobstplantage Gartenfeld 1930 Karte
XIV ckRV0aH Streuobstplantage Gartenfeld 1930 Karte
XVII VaqkDHc Streuobstplantage Gartenfeld 1930 Karte
117 DGdM3MH Streuobstplantage Spechtsberg C08 2024 Karte
639 rF4mbakPn8YK Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen D02 1992 Karte

Weitere OSM-Bäume 4

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
11037518519 Weißer Klarapfel 52.48718, 9.29233
12222572150 Weißer Klarapfel Malus domestica 49.15143, 7.12159
13323833849 Weißer Klarapfel Malus domestica 49.78612, 9.98951
9918462602 Klarapfel 48.79781, 9.50806

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.