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Schöner aus Bath

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Bath (England)
Seit
1864
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
breit ausladend, flachkronig
Ernte
Ende Juli – Anfang August (07E-08A)
Blüte
mittelfrüh bis mittel
Genussreife
28. Juli – 8. August (07E-08A)
Wikidata
Q951917

Tafelobst Wirtschaftsobst

Synonyme: Beauty of Bath

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum des 'Schöner aus Bath' (englischer Originalname 'Beauty of Bath') wird als mittel- bis starkwüchsig mit breit ausladender, flach gewölbter Krone beschrieben; britische Sortenportale führen ihn als eher starkwüchsigen Spurträger („spur-bearer") mit breiter, flachkroniger Wuchsform. Die Gesundheit gilt durchweg als gut: das Laub wird als gesund bezeichnet, die Sorte als wenig anfällig für Schorf und Krebs; H.-J. Bannier fasst den Baum als „sehr gesund, starkwüchsig" zusammen, und auch englische Quellen (RHS, ältere angelsächsische Pomologie) betonen die Schorfresistenz. Ansprüche: gute, nährstoffreiche Böden sind erwünscht; für Hausgarten und für Streuobst/Hochstamm auf guten Böden geeignet. Ob die Sorte für Norddeutschland taugt oder ihr dort die Wärme fehlt, wird vom Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt ausdrücklich offengelassen – ein Wärmebedürfnis ist also zu unterstellen. Der Ertrag setzt früh ein und ist regelmäßig (englische Quellen: „regular bearing", reiche Erträge). Die Blüte liegt in der (britischen) Blühgruppe 3 (mittelfrüh bis mittel), die Sorte ist diploid und nicht selbstfruchtbar, braucht also einen Befruchter aus benachbarten Blühgruppen; die Blüte gilt als etwas frostwiderstandsfähig. Zur Lebensdauer und zur Eignung als Straßenbaum liegen keine belastbaren Angaben vor. Praktisch relevant ist der von britischen Baumschulquellen genannte Hang zum Vorernte-Fruchtfall reifender Früchte (früher legte man Stroh unter die Bäume).

Geschmacklich ist die Sorte umstritten. Sie ist ein reiner Frühsommerapfel, der direkt vom Baum gegessen wird; die Pflückreife fällt mit dem Klarapfel zusammen (Ende Juli, Bannier gibt 28.07.–08.08. an), Pflück- und Genussreife stimmen praktisch überein. Das Fleisch ist weißlich, säuerlich, nach älterer Literatur saftig, etwas würzig und wohlschmeckend; neuere Erfahrungsberichte fallen deutlich nüchterner aus: im Norden und an jungen Bäumen schmeckt die Sorte nach Angaben des Erhalternetzwerks nicht besonders, und Bannier bewertet sie als sauer und aromaarm (Geschmacksnote 3–4), das Aroma reiche nicht an 'Klarapfel' oder 'Mantet' heran; er ordnet sie daher als Wirtschaftsapfel ein und empfiehlt sie zur Verarbeitung zu Mus oder Marmelade sowie für Freunde saurer Äpfel. Englische Quellen loben dagegen einen ausgeprägten, süß-säuerlichen, „distinktiven" Geschmack, wenn die Früchte vollreif und sofort verzehrt werden. Die Lagerfähigkeit ist gering: 1–2 Wochen bzw. rund zwei Wochen; die deutsche Wikipedia nennt abweichend etwa einen Monat – hier widersprechen sich die Quellen.

Die Frucht ist klein bis mittelgroß, flachkugelig bis flachkegelig und sehr regelmäßig geformt. Grundfarbe grüngelb, später orangegelb, darüber eine lebhaft rote, leicht gestreifte bis marmorierte Deckfarbe; auffällig sind die hell umhöften Lentizellen und ein meist vorhandener Netzrost. Stielgrube eng bis mittelweit, mitteltief; Stiel kurz, kräftig, fleischig, aus der Grube herausschauend und am Ende oft keulig verdickt. Kelchgrube mitteltief und weit, Kelchblätter lang und umgeschlagen, Kelch halboffen; Kelchhöhle trichterförmig, Achse leicht offen, Kammerwände ohrenförmig. Fleisch weißlich bis cremefarben, relativ fest, unter der Schale gelegentlich rosa gefärbt. Als Verwechsler gilt 'Stark(s) Earliest', der einen dünneren Stiel, keine hell umhöften Lentizellen und keinen Netzrost hat, besser schmeckt, aber kürzer haltbar ist. Herkunft: 1864 von George Cooling in Bath (England) in den Handel gebracht, der Sämling wurde wohl bei Bath (Bailbrook, Batheaston) gefunden; Angaben zur Entstehung sind widersprüchlich. In Deutschland 1909 erstmals in der Deutschen Obstbauzeitung erwähnt, danach rasch verbreitet und bis Mitte des 20. Jahrhunderts eine der Hauptsorten des ganz frühen Sortiments, auch im Erwerbsanbau; heute selten und im Erhalternetzwerk als „stark gefährdet" eingestuft. Literatur u. a. Deutschlands Obstsorten (20. Lieferung, Farbabbildung), Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau 1929, Koloc 1965, Hartmann/Fritz: Farbatlas Alte Obstsorten. Die Darstellung folgt vor allem den Sortenporträts von Jens Meyer (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein) und H.-J. Bannier sowie ergänzend dem KOB Bavendorf und britischen Sortenquellen.

Quellen: Schöner aus Bath · Schöner aus Bath – Bergischer Streuobstwiesenverein (Autor H. J. Bannier) · Schöner aus Bath · Schöner aus Bath – Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf) · Schöner aus Bath – Wikipedia (de) · Beauty of Bath – Wikipedia (en) · Apple – Beauty of Bath (Orange Pippin) · Pollination partners for Beauty of Bath (Orange Pippin Trees) · Malus domestica 'Beauty of Bath' – RHS Plant Finder · Beauty Of Bath Apple – Cummins Nursery · Beauty of Bath – Keepers Nursery · Apple – Malus Beauty Of Bath · Apple Beauty of Bath – Future Forests (geringe Verlässlichkeit) · Apfel 'Schöner aus Bath' – NaturaDB · Apfelbaum Schöner aus Bath – Biobaumversand / pflanzmich.de / native-plants.de (geringe Verlässlichkeit) · BUND-Lemgo Obstsortendatenbank – Sortenliste · Apfellexikon – Obsthof Hertle (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-26). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

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