Apfel · Malus domestica
Tafelobst Wirtschaftsobst
#Straßenbaum#Unterlage#vital
Synonyme: Calville Étoilée, Herzapfel, Perlrenette, Pomme de Coeur, Rote Herbstrenette, Sterappel, Weihnachtsapfel
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Der Baum der Roten Sternrenette wächst stark und aufstrebend; die Krone ist hochkugelig, die starken Leitäste stehen typisch in einem Winkel von etwa 45° zum Stamm oder etwas steiler. Wegen dieses eher steilen Wuchses wurde die Sorte früher viel an Straßen und Feldwegen gepflanzt. Ältere Bäume fallen durch große, gesunde Kronen und helle, im Vergleich zu anderen Apfelsorten glattrindige Stämme auf; das Kroneninnere verkahlt oft etwas, während die dünntriebige Seitenverzweigung außen verdichtet und typisch herabhängend erscheint. Als Jungbaum wächst die Sorte in den ersten Jahren nur zögerlich und sollte straff geschnitten werden, wobei die teils steil abgehenden Leitäste bei der Erziehung flacher zu stellen sind. Das Laub ist mittelgroß, glänzend, mittelgrün und meist sehr gesund; die Sorte gilt als robust gegenüber Schorf, Mehltau und Obstbaumkrebs und ist damit nicht allzu anspruchsvoll an den Standort (nach Wikipedia auch widerstandsfähig gegen Frost, wobei Stippe und Apfelwickler auftreten können; eine mittlere Feuerbrandanfälligkeit nennt der Lehrgarten des OGV Leutenbach – dieser Punkt ist nur einfach belegt). Wichtigste Standortbedingung sind ausreichend feuchte, tiefgründige Böden und luftfeuchte Lagen; trockene Standorte werden schlecht vertragen. Höhere Lagen sind möglich, die Sorte wird ausdrücklich auch für Höhenlagen empfohlen. Der Ertrag setzt spät ein (nach Wikipedia etwa ab dem 10. bis 12. Standjahr), ist dann mittelhoch bis zufriedenstellend, jedoch alternierend. Die Blüte erscheint spät und hält lange an, ist aber etwas empfindlich gegenüber Witterungseinflüssen; die Sorte ist diploid und ein guter Pollenspender für andere spätblühende Sorten. Insgesamt ist die Rote Sternrenette eine typische, robuste Streuobst- und Hochstammsorte; der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW führt sie als empfohlene Streuobst-Anbausorte, die LWG Bayern nennt sie unter den bewährten Apfelsorten für den Streuobstanbau. Zur Lebensdauer liegen außer dem Hinweis auf große, gesunde Altbäume keine belastbaren Angaben in den geprüften Fachquellen vor.
Geschmacklich ist die Rote Sternrenette säuerlich-süß, weinig und gewürzt, mit rosenartig-parfümiertem Aroma; das Fruchtfleisch ist fest, nur mäßig saftig und sortentypisch würzig. In der Verkostung durch H.-J. Bannier erhielt sie die Geschmacksnote 2–3 bei "besonderer Qualität +". Genutzt wird sie vor allem als Tafelapfel und klassischer „Weihnachtsapfel“; daneben eignet sie sich für die Küche (Kuchen- und Backapfel) und für Saft, dem das oft leicht rot geaderte Fruchtfleisch einen aparten rötlichen Ton verleiht. Die Pflückreife liegt etwa Ende September (Bergischer Streuobstwiesenverein: 23.09.–06.10.), oft etwas folgernd. Typisch ist starker Fruchtfall: Die Früchte hängen außen am hängenden Feinholz, sind windfällig und fallen häufig kurz vor der optimalen Baumreife herunter, weshalb der „richtige“ Erntetermin schwer zu bestimmen ist; praktisch bewährt hat sich, Heu oder Grasschnitt unter dem Baum auszubreiten und die weich gefallenen Früchte täglich einzusammeln. Die Frucht selbst ist fest und wenig druckempfindlich. Die Lagerfähigkeit wird mit rund 2 bis 2½ Monaten angegeben, also bis November/Dezember; spätestens bis Weihnachten sollten die Früchte verbraucht sein (die LWG Bayern nennt eine Lagerfähigkeit bis Januar, Angaben in Baumschulkatalogen bis März sind deutlich optimistischer und werden von den pomologischen Quellen nicht gestützt).
Die Frucht ist knapp mittelgroß, rundlich bis abgerundet kegelförmig beziehungsweise plattrund, ebenmäßig, ohne Kanten und im Querschnitt „wie gedrechselt“. Die Schale ist glatt, mattglänzend und trocken; die Grundfarbe ist bei Pflückreife fahlgrün, später weißlich-gelb, die Deckfarbe oft über die gesamte Frucht flächig dunkel- bis purpurrot (Schattenfrüchte rosarot), baumfrisch teils leicht bläulich bereift und von zahlreichen auffallenden Roststernchen oder -dreiecken unterbrochen – daher der Sortenname. Die Kelchgrube ist mittelweit, flach bis mitteltief und schüsselförmig, der Kelch mittelgroß und halboffen bis geschlossen; die Stielgrube ist eng, mitteltief und graubraun strahlig berostet, der Stiel mittellang und mitteldick. Das Fleisch ist gelblich-weiß bis fast weiß, fest, oft rötlich geadert oder unter der Schale gerötet. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen unter anderem mit Ingrid Marie, Ruhm aus Kelsterbach, Ruhm aus Kirchwerder, Langtons Sondergleichen, Schöner aus Bath und Roter Ananas-Renette. Zur Herkunft nennen die historischen Quellen belgischen Ursprung: Die Sorte war in den ostbelgischen Provinzen Lüttich und Limburg vor 1800 bekannt und verbreitete sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Holland und Nordfrankreich; andere Darstellungen verorten die Entstehung in der Umgebung von Maastricht, die erste Beschreibung wird auf 1830 datiert (als Calville étoilée). In Deutschland wurde sie erst in den 1860er Jahren bekannter, verbreitete sich dann rasch und gehörte am Niederrhein um 1900 zu den Hauptsorten; die in obstdoc geführte Herkunftsangabe „Rheinland“ trifft daher eher die Verbreitung als den Ursprung. Als Synonyme sind unter anderem Calville Etoilée, Pomme de Coeur, Herzapfel, Rote Herbstrenette, Sterappel und Weihnachtsapfel gebräuchlich. Historische Literatur: Bivort, Album de Pomologie Bd. IV (1851); Pomologische Monatshefte 1868; Illustrirtes Handbuch der Obstkunde Bd. 8, Nr. 670 (1875); Deutschlands Obstsorten (Müller u. a.); Petzold, Apfelsorten (1982). Die Beschreibung stützt sich vor allem auf das Sortenporträt von H.-J. Bannier (obstsortenerhalt.de, 2025) und den Eintrag des Bergischen Streuobstwiesenvereins (Bannier/Meyer), ergänzt durch Wikipedia, die LWG Bayern und den Lehrgarten des OGV Leutenbach.
Quellen: Rote Sternrenette – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Rote Sternrenette – Bergischer Streuobstwiesenverein · Rote Sternrenette – BUND Lemgo Obstsortendatenbank · Rote Sternrenette – Wikipedia · Bewährte Apfelsorten für den Streuobstanbau – LWG Bayern · Apfel-Sortenbeschreibungen – Arche Noah · Rote Sternrenette – Austria-Forum, Apfelsorten im Überblick · Rote Sternrenette – Lehrgarten OGV Leutenbach · Rote Sternrenette Apple – sonneruplund.dk (geringe Verlässlichkeit) · Rote Sternrenette – biologie-seite.de (geringe Verlässlichkeit) · Rote Sternrenette im Portrait – Plantura (geringe Verlässlichkeit) · Winterapfel 'Rote Sternrenette' – NaturaDB (geringe Verlässlichkeit) · Winterapfel 'Rote Sternrenette', Halbstamm – Manufactum (geringe Verlässlichkeit) · Rote Sternrenette – Artländer Pflanzenhof (geringe Verlässlichkeit) · Winterapfel 'Rote Sternrenette' – Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit) · Apfelbaum 'Rote Sternrenette' – alte-obstsorten-online.de (Schwerdtfeger) (geringe Verlässlichkeit)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-28). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
#vital Sehr robust, guter Geschmack, starker Vorerntefruchtfall. Steil aufstrebend, wächst Birnenartig. Guter #Straßenbaum Braucht ehr feuchte Böden.
Kann eventuell auch als #Unterlage verwendet werden.

Heute als Tafelapfel kaum noch zu brauchen.
Die Rote Sternrenette ist eine typische starkwachsende und robuste Obstwiesen-Sorte, die wegen ihres eher steilen Wuchses früher viel auch an Straßen und Feldwegen gepflanzt wurde. Die Früchte hängen allerdings oft außen am hängenden Feinholz der Sorte, weshalb die Ernte per Leiter je nach Baumhöhe z.T. erschwert ist. (Bergischer Streuobstwiesenverein)
Der Baum bevorzugt tiefgründige, feuchte Böden und luftfeuchte Lagen. Aufgrund seiner Gesundheit und Wüchsigkeit eignet er sich gut für Streuobstflächen. Er ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und Frost. Lediglich Stippe und Apfelwickler können Probleme bereiten. (Wikipedia)
Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Essbarer Naturpark — Sortenporträts · Wikipedia (de)
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| II | qSFB5dy | Streuobstplantage Gartenfeld | 1930 | Karte | |
| 012 | NEJPMGO | 2024 | Karte | ||
| 430 | 232h9 | 1998 | Karte |
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Art | Koordinaten |
|---|---|---|---|
| 13462117284 | Rote Sternenette | Malus domestica | 50.88952, 7.24334 |
| 12468490577 | Rote Sternrenette | Malus domestica | 48.72369, 9.13834 |
| 12978691402 | Rote Sternrenette | Malus domestica | 49.77446, 10.00096 |
| 12983920641 | Rote Sternrenette | Malus domestica | 49.77478, 9.99938 |
| 13034283293 | Rote Sternrenette | Malus domestica | 50.89585, 7.10008 |
| 3313235106 | Rote Sternrenette | Malus domestica | 49.06747, 8.48011 |
| 4299026045 | Rote Sternrenette | 49.13728, 8.61043 | |
| 4404515499 | Rote Sternrenette | Malus domestica | 50.70011, 7.07323 |
OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.