Birne · Pyrus communis
Synonyme: Aurate, Parfum d'Août
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Zum Baum der Muskatellerbirne liegt nur eine schmale, aber in sich einheitliche Überlieferung vor: Er wächst kräftig, bildet schon in der Jungphase gerade, gut ausgebildete Stämme und baut anschließend eine pyramidale Krone auf, die ihre Form bis ins hohe Alter behält; die Äste sind von unten bis oben dicht mit jungem Fruchtholz besetzt. Der Ertrag setzt früh ein und fällt reich aus. An den Boden stellt die Sorte keine hohen Ansprüche; günstige, warme Lagen bringen die besten Erträge. Die Blüte liegt nach Baumschulangaben im April/Mai, ist witterungsunempfindlich und liefert reichlich Pollen, weshalb die Sorte als guter Pollenspender für andere Birnen gilt (die gelegentlich behauptete Selbstfruchtbarkeit ist nicht belegt und für Birnen unwahrscheinlich). Zu Krankheitsanfälligkeit (Schorf, Feuerbrand), Lebensdauer, Endgröße im Hochstamm, Höhenlagen-Eignung und zum Verhalten auf Streuobstwiesen fanden sich keine belastbaren Angaben; die kräftige Wuchsstärke und der pyramidale Kronenaufbau sprechen für Hochstammeignung, ausdrücklich belegt ist das jedoch nicht.
Geschmacklich ist die Muskatellerbirne eine typische Sommerbirne: Das weiße, gelblich angehauchte Fleisch ist halbschmelzend und saftig, süß bis süßsäuerlich mit deutlichem, sortentypischem Muskatgeschmack und feinem muskatartigem Duft. Gepflückt wird ab Mitte August, und zwar mindestens acht Tage vor der Vollreife; die Früchte sollten dann innerhalb von etwa zwei Wochen verbraucht werden – lagerfähig ist die Sorte nicht. Verwendet wird sie vor allem frisch vom Baum, in der Vollreife außerdem zum Einmachen und Kompott. Die in obstdoc geführte Erntezeit Ende Juli bis Anfang August liegt damit etwas früher als der in den Quellen genannte Pflücktermin ab Mitte August (Ernte- bzw. Reifezeit dort August, teils bis September).
Pomologisch ist die Frucht klein bis mittelgroß, je nach Standort und Baumalter etwa 4 bis 6 cm lang und 35 bis 45 mm breit, länglich birnförmig, stielwärts zugespitzt und leicht eingezogen. Der Kelch ist offen und hartblättrig und sitzt in flacher, mitunter beuliger Einsenkung; der Stiel ist holzig, unterschiedlich lang, oben aufsitzend und durch einen Fleischwulst zur Seite gedrückt. Die Schale ist gelblichgrün, bei voller Reife hellgelb, mit vielen braunen, bräunlichrot umkreisten Punkten besonders auf der Sonnenseite, um den Kelch leicht berostet. Als Herkunft wird Frankreich angegeben, mit heutiger Verbreitung vor allem in Thüringen und Österreich; als Synonyme laufen 'Aurate' und 'Parfum d'Août'. Die Sorte war den alten Pomologen durchweg bekannt und ist bei ihnen beschrieben, wurde gewöhnlich aber schlicht "Muskatellerbirne" genannt – der Name ist entsprechend mehrdeutig und von anders benannten Sorten wie "Kleine Muskatellerbirne", "Geblümte Muskatellerbirne", "Doppelttragende große Muskatellerbirne" oder "Deutsche Winter-Muskatellerbirne" zu trennen. In der Literatur ist sie u. a. bei Müller-Diemitz/Bissmann u. a. ("Deutschlands Obstsorten"), bei Koloc und in der Zeitschriftenbeilage "Nach der Arbeit" vertreten. Die Beschreibung folgt im Kern dem Sortentext aus "Nach der Arbeit" (bereitgestellt über die Obstsortendatenbank des BUND Lemgo); die Baum- und Verwendungsangaben stammen aus Baumschultexten, die diesem historischen Text wörtlich folgen.
Quellen: Muskatellerbirne - Sortenbeschreibung (Nach der Arbeit), PDF · BUND-Lemgo Obstsortendatenbank - Alle Sorten · Obstsortendatenbank - Deutschlands Obstsorten (do) · Obstsortendatenbank - Koloc (kol) · Obstsortendatenbank - Sickler (sic) · Obstsortendatenbank - Langethal (lan) · Birnbaum Muskatellerbirne - biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit) · Sommerbirne 'Muskatellerbirne' - Native Plants (geringe Verlässlichkeit) · Späte Muskatellerbirne - pflanzmich.de (geringe Verlässlichkeit) · Sommerbirne 'Muskateller', 'Aurate' - Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit) · Moscatelina Birne / Muskatellerbirne - suedflora.de (geringe Verlässlichkeit) · Regionale Birnensorten - Obstarche
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-27). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 567 | DUCiUNn | Streuobstplantage Rommelshard | H11 | 2025 | Karte |
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