Apfel · Malus domestica
Tafelobst Wirtschaftsobst
#BergischeLokalsorte#gesund#starkwüchsig
Synonyme: Hasenkopf, Klapperapfel
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Der Baum von Hesselmann's Schlotterapfel wächst nach dem Sortenporträt von Carina Pfeffer relativ starkwüchsig. Weil die Äste dünntriebig sind, wirkt die Krone bereits bei jüngeren Bäumen etwas schleudernd und hängend. Krankheiten oder eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Schädlingen wurden an der Sorte bislang nicht beobachtet; sie gilt als gesund wachsend und robust. Mit schweren und schlechten Böden scheint sie gut zurechtzukommen, weshalb sie als breit anbaufähig und für Streuobstwiesen gut geeignet eingeschätzt wird. Die Blüte erscheint mittelfrüh, etwa zeitgleich mit 'Kaiser Wilhelm' (Beobachtung Peter Broich). Der Ertrag ist regelmäßig und mittelhoch; Carl Hesselmann selbst beschrieb seine Züchtung dagegen als sehr reich tragend. Angaben zu Endgröße, Lebensdauer, Befruchtersorten, Höhenlage und Klimaansprüchen fehlen in den vorliegenden Quellen; da bislang kein Altbaum der Sorte aufgefunden wurde, beruhen die Baumeigenschaften auf jüngeren Bäumen und sind entsprechend vorläufig.
Das Fruchtfleisch ist hellgelb, fest und süß-säuerlich. Die Pflückreife liegt Anfang bis Mitte Oktober, genussreif ist die Sorte von November bis April, teils bis Mai. Die Früchte welken kaum und sind auch im späten Frühjahr noch gut essbar, die Lagerfähigkeit ist also ausgesprochen lang. Verwendbar ist die Sorte vielseitig als Wirtschaftsapfel und noch als Tafelapfel; Hesselmann empfahl sie 1901 als „prachtvollen Wirtschafts- und Markt- aber auch noch als guten Tafelapfel" wegen des guten Geschmacks sowie der Größe und Güte der Früchte für verschiedenste Zwecke. Wegen der langen Lagerfähigkeit und der ansehnlichen Früchte wird ihr auch heute eine Eignung zur Vermarktung zugetraut. Konkrete Angaben zur Most-, Saft- oder Dörreignung liegen nicht vor.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß, deutlich hochgebaut und variabel walzen- bis hochkegelförmig; manche Früchte zeigen eine Schafsnasenform, andere sind – oft einseitig – zum Kelch hin eingeschnürt oder leicht zu einer Seite gebogen. Die Grundfarbe ist grünlichgelb, später gelb, die Deckfarbe auf bis zu zwei Dritteln der Frucht gehaucht rot-orange mit leuchtend roten, dünnen, kurzen bis mittellangen Tuschestrichen, wodurch die Färbung verwaschen-gestreift wirkt. Die mitteltiefe, meist enge Kelchgrube ist von undeutlichen Höckern und Wülsten umgeben, der Kelch klein und geschlossen bis leicht geöffnet; der Stiel ist kurz, dick und knopfig, die Stielgrube eng und mitteltief, die zimtfarbene, feinschuppige Berostung wenig bis mittelviel und teils netzartig. Im Schnitt zeigt sich eine mitteltiefe trichterförmige Kelchhöhle, eine weit offene Kernhausachse mit Hohlraum – daher der Name Schlotterapfel – und auffällig kleine Kerne. Als Verwechsler werden Stahls Winterprinz, Falsche Rheinische Schafsnase und Prinzenapfel genannt; fälschlich wird die Sorte auch Klapperapfel, Hasenkopf oder Schafsnase genannt. Die Sorte wurde nach Theodor Engelbrecht vom Lehrer und Obstzüchter Carl Hesselmann in Witzhelden (heute Stadt Leichlingen, Rheinland) gezüchtet und ist in Engelbrechts „Deutschlands Apfelsorten" (1889, Nr. 90, S. 100) beschrieben, die Züchtung erfolgte also einige Jahre früher; benannt wurde sie laut Hesselmann vom Deutschen Pomologenverein ihm zu Ehren. Hesselmann bezeichnete sie 1901 in den „Pomologischen Monatsheften" als Lokalsorte des Kreises Solingen, damals verbreitet auf Obsthöfen des Bergischen Landes und an Wegen; heute ist sie im Rheinland nur noch selten und gilt als stark gefährdet. Beschreibung nach dem Sortenporträt von Carina Pfeffer (Pomologen-Verein / Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), das auf Engelbrecht 1889 und Hesselmann 1901 fußt.
Quellen: Hesselmann's Schlotterapfel R – Sortenporträt (Pomologen-Verein) · Hesselmanns Schlotterapfel – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt · Obstsortenliste Engelbrecht Th.: „Deutschlands Apfelsorten“ 1889 (PDF, BUND Lemgo) · Hesselmann 1901 – Auslese von 50 Apfel- und Birnensorten (PDF, BUND Lemgo) · Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck – Biologische Station Leverkusen-Köln e.V. · Apfelsorte Rote Walze (Hesselmanns Schlotterapfel) – NABU Templin (geringe Verlässlichkeit) · LiKK e.V. – Apfelsortenliste / Preisliste (Hesselmanns Schlotterapfel im Angebot) (geringe Verlässlichkeit)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-26). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
#starkwüchsig #gesund #BergischeLokalsorte
Nicht in Baumschulen erhältlich.
Lokalsorte des Kreises Solingen. Der Baum des Hesselmannn´s Schlotterapfel ist relativ starkwüchsig. Da die Äste dünntriebig sind, macht die Krone schon bei jüngeren Bäumen einen insgesamt etwas schleudernden, hängenden Eindruck. Krankheiten und eine erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge konnten bislang an Hesselmann´s Schlotterapfel nicht beobachtet werden. Er scheint auch mit schweren und schlechten Böden gut zurecht zu kommen. Die Blüte erscheint mittelfrüh, etwa zeitgleich mit Kaiser Wilhelm (Peter Broich) Der Ertrag ist regelmäßig und mittel hoch. Hesselmann selbst beschreibt ihn als sehr reich tragend. Hesselmann´s Schlotterapfel ist eine sehr gesund wachsende, robuste Apfelsorte, die breit anbaufähig und für Streuobstwiesen gut geeignet ist. Durch seine lange Lagerfähigkeit, seine optisch außergewöhnliche Form und schön gefärbte Früchte ist er nicht nur für Freunde bizarrer geformter Früchte interessant. Da Hesselmann´s Schlotterapfel sehr lange lagerbar, vielseitig und noch als Tafelapfel zu verwenden ist, dürfte er auch zur Vermarktung geeignet sein. (Carina Pfeffer)
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 002 | tCK0V2e | Karte | |||
| 005 | rooxE8O | Karte | |||
| 150 | OC0U2ZN | 2024 | Karte |
Keine zusätzlichen OSM-Bäume dieser Sorte im Suchradius.