obstdoc / Eifeler Rambur
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Eifeler Rambur

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Rheinland
Seit
1904
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
hochkugelig bis kugelig, überhängend
Gefährdung
gefährdet
Ernte
Mitte Oktober (10C)
Blüte
spät
Genussreife
1. November – 28. Februar (11A-02E)
Wikidata
Q1302877

Tafelobst Wirtschaftsobst

#Triploid#gesund#langlebig#vital

Synonyme: Breitarsch, Breitauge, Dürener Rambur, Eifeler Rambour, Lanscailler, Ochsenkopf, Rotgestreifter Rambur, Sang de Boeuf, Winterrambour

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Eifeler Rambur ist eine starkwüchsige, ausgesprochen robuste Streuobstsorte. Alte Bäume bilden eine hochstrebende, eher hochkugelige bis kugelige Krone mit steil aufstrebenden Leitästen, die außen unter Fruchtbehang stark abkippen, sodass insgesamt ein hängendes Wuchsbild entsteht; bleibt der Schnitt aus, neigen die Äste etwas zum Verkahlen, und wegen des starken Abkippens der äußeren Leit- und Seitenäste (Gefahr des Astbruchs) ist auch bei Altbäumen ein gelegentlicher Schnitt nötig. Der Baum wächst insgesamt sehr gesund, ist frosthart, robust gegen Schorf, Mehltau und Krebs und stellt wenig Ansprüche an Boden und Klima; nur vereinzelt und auf zu nassen Böden tritt Obstbaumkrebs auf – seltener als beim Rheinischen Winterrambur, gegenüber dem er gerade in Höhenlagen die gesündere Sorte ist. Er gedeiht auch dort noch gut, wo Obstbau mit den üblichen Handelssorten längst nicht mehr möglich ist, und wird als typische Streuobstsorte für Streuobstwiesen und Höhenlagen der Mittelgebirge empfohlen (auch vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte). Die Sorte kommt in der Jugend spät in den Ertrag, die Bäume sind dafür im Allgemeinen sehr langlebig. Die Blüte liegt spät; die Sorte ist triploid und kommt daher nicht als Befruchter für andere Apfelsorten in Betracht (sie benötigt also selbst geeignete diploide Befruchtersorten in der Nähe). Das Blatt ist auffallend groß und oval. Angaben zu einer konkreten Endgröße oder zur Eignung als Straßenbaum liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Geschmacklich ist der Eifeler Rambur kein Aromaapfel: Das Fruchtfleisch besitzt kein ausgeprägtes Aroma, ist aber durch ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis für einen Tafelapfel noch ausreichend; anfangs ist die Frucht fest und „knackend“, nach Weihnachten wird sie allmählich etwas mürbe. Genutzt wird er entsprechend als Tafel- und vor allem als Wirtschaftsapfel (in der Bewertung von H.-J. Bannier/R. Meyer als Wirtschaftsapfel mit Geschmacksnote 3 geführt); in einer luxemburgischen Empfehlungsliste der Biologischen Stationen erscheint er unter den bewährten, robusten Tafel- und Lagersorten. Die Pflückreife liegt etwa Mitte Oktober (nach der Tabelle des Bergischen Streuobstwiesenvereins 12.–26. Oktober), genussreif bleiben die Früchte bis Februar; die Lagerdauer wird dort mit etwa vier Monaten angegeben. Bei Lagerung wird die Schale etwas klebrig, und die Frucht ist etwas anfällig für Schalenbräune.

Die Frucht ist groß, typisch stumpf-kegelförmig (mal breiter, mal höher), unregelmäßig rund bis fünfkantig und kelchseitig deutlich gerippt; die Grundfarbe ist bei Pflückreife grünlich gelb, bei Genussreife kräftig gelb, die Deckfarbe leuchtend rot und deutlich streifig auf einem bis zwei Dritteln der Frucht, selbst bei starker Besonnung kaum flächig. Die Schale ist glatt bis etwas rau, mattglänzend, mit fühlbaren Schalenpunkten, nicht bereift. Die Kelchgrube ist flach bis mitteltief, weit, etwas faltig und unberostet, der Kelch typisch groß bis sehr groß und offen – daher der Synonymname „Breitauge“; die Stielgrube ist eng bis mittelweit mit teils strahlig auslaufender Berostung, der Stiel kurz und dünn und ragt meist nicht heraus. Das Kernhaus ist mittelgroß, typisch stielnah, mit deutlich gerissenen Wänden; das Fruchtfleisch ist grünlich-gelblich-weiß, fest, mittelfeinzellig, von mittlerem Saftgehalt. Die genaue Herkunft der im Rheinland schon im 19. Jahrhundert vorkommenden Sorte ist unbekannt; in der Eifel war sie einst als „Winterrambur“ weiter verbreitet als der Rheinische Winterrambur und wurde 1904 zur besseren Abgrenzung in Eifeler Rambur umbenannt. Heute ist sie im rheinischen Streuobst noch weit verbreitet, vor allem in den Höhenlagen von Eifel, Westerwald und Oberbergischem Kreis, teils auch am Niederrhein, und gilt als Leitsorte der westdeutschen Mittelgebirge; sie wird als gefährdete Regionalsorte geführt. Als Synonyme werden Dürener Rambur, Winterrambur, Breitauge, Breitarsch, Ochsenkopf, Lanscailler und Sang de Boeuf genannt, als Verwechsler Lohrer Rambur, Hilde, Hauxapfel, Bismarck und Rheinischer Winterrambur. Sortenechte Reiser waren lange kaum erhältlich, sind aber wieder über den Reisermuttergarten Bonn (Obstmuttergarten Rheinland) zu bekommen, wo die Sorte als „Eifeler Rambur (Breitauge)“ geführt wird. Historische Beschreibungen sind bei Engelbrecht (Deutschlands Apfelsorten) und im Illustrierten Handbuch der Obstkunde (Lucas/Oberdieck) verzeichnet. – Beschreibung im Wesentlichen nach H.-J. Bannier (Sortenporträt für Pomologen-Verein/obstsortenerhalt.de, gestützt auf das LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“) sowie nach der Sortentabelle Bannier/Meyer beim Bergischen Streuobstwiesenverein.

Quellen: https://obstsorten.pomologen-verein.de/obst-art/8215.html

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-28). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#langlebig #vital #gesund #Triploid

Eigene Beobachtungen

Gedörrt sehr lecker.

In der Literatur

Im Allgemeinen sehr langlebig und sehr vital. Besser als der Rheinische Winterrambur.

Der Eifeler Rambur ist eine typische Streuobstsorte. Die Sorte ist sehr frosthart und robust gegen Schorf, Mehl- tau und Krebs. Sie stellt insgesamt wenig Ansprüche an den Standort. Gerade in Höhenlagen gedeiht der Eifeler Rambur gut. Die genaue Herkunft der Sorte ist unbekannt. In der Eifel war sie als Winterrambur weit verbreitet und wurde im Jahr 1904 in Eifeler Rambur umbenannt. Typisch ist der sehr große, offene Kelch, weshalb die Sorte auch Breitauge genannt wird. Die Sorte ist starkwüchsig und kommt spät in den Ertrag, ist aber sehr langlebig. Sie bedarf eines regelmäßigen Schnittes um Verkahlung und Abkippen der Leitäste zu verhindern

Alte Bäume des Eifeler Rambur haben eine hochstrebende, eher hochkugelige (bis kugelige) Krone mit steil aufstrebenden Leitästen, die außen unter Fruchtbehang stark abkippen, sodass insgesamt ein hängendes Wuchsbild entsteht. Bei unterlassenem Schnitt neigen die Äste etwas zum Verkahlen. Die Sorte ist starkwüchsig und kommt in der Jugend spät in den Ertrag. Dafür sind die Bäume im Allgemeinen sehr langlebig. Er wächst insgesamt sehr gesund, ist frosthart, robust gegen Schorf, Mehltau und Krebs und stellt insgesamt wenig Ansprüche an Boden und Klima. Sehr Vital.

Historie: eine alte Sorte, die 1905 ihren pomologischen Namen erhielt. War früher in der Eifel und in den Ardennen eine Hauptsorte. Ernten: Oktober Reifezeit: Dezember bis März Frucht: sehr großer, hoch und völlig ungleich gebauter, goldgelber, sonnenseits hellrot verwaschener, angenehm gewürzter, süßsäuerlicher Tafelapfel Baum: großkronig, bei feuchten Böden auch in Höhenlagen anbaufähig; früher in Norddeutschland auf Viehweiden angepflanzt (Baumgartner)

Sehr starkwachsende, robuste und großfrüchtige Vielzwecksorte, breit anbaufähig, sehr gut für Mittelgebirgslagen.

BUND Lemgo

Der Eifeler Rambur gehört zu den Apfelsorten die besonders robust sind, selbst in Hochlagen gut gedeihen und für Streuobstwiesen besonders zu empfehlen sind. Der Apfel ist sowohl Tafel- wie Wirtschaftsapfel und gehört zu den Sorten, die von Apfelallergikern meist problemlos vertragen werden.

Historie

Lange vermutete man, dass die Sorte um 1940 irgendwo in der Eifel entstanden sei. Genaue Herkunftsangaben fehlten. Erst mit der Digitalisierung der pomologischen Monatshefte kam dann die Information, dass die alte Sorte Winterrambur im Jahre 1904 in Eifeler Rambur umbenannt wurde "Eine sehr nötige Umbenennung".

Bericht PM zur Umbenennung

Dadurch wurde bekannt, dass die Sorte aus dem 18ten Jahrhundert stammt. Die genaue Herkunft ist unbe­kannt. Beschrieben wurde der Apfel schon 1768 vom franzö­si­schen Botani­ker Henri Louis Duhamel du Monceau als Winter­ram­bur (Rambour d'hiver).

Sortenbeschreibung bei Duhamel

In der Obstsortendatenbank gibt es zur Sorte weitere Abbildungen und Beschreibungen

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
602 y20dJBg Streuobstplantage Rommelshard G03 2025 Karte
626 gOkIhiw Streuobstwiese der Naturschule Aggerbogen D06 1992 Karte

Weitere OSM-Bäume 2

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
3313235102 Winterrambour Malus domestica 49.06743, 8.48036
4299026046 Winterrambour 49.13730, 8.61012

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.