obstdoc / Doppelte Phillippsbirne
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Doppelte Phillippsbirne

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Belgien, um 1800
Seit
1847
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breitkugelig, hängend
Ernte
Anfang September – Mitte September (09A-09C)
Blüte
früh
Genussreife
Anfang September – Anfang Oktober (09A-10A)

Tafelobst Wirtschaftsobst

#ZukunftsSorte#gesund

Synonyme: Albertine, Beurré de Mérode, Beurré de Westerloo, Doyenné de Mérode, Frühe Diel, Sommerdiel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Doppelte Philippsbirne (Schreibvariante: Doppelte Phillippsbirne) wächst stark; auf Sämlingsunterlage bildet sie eine breitkugelige, reich verzweigte und gut belaubte Krone, deren lange, kräftige Leittriebe früh in eine hängende Stellung übergehen. Später lässt die Triebkraft nach: der Wuchs wird mittelstark und leicht überhängend, weshalb wegen der hohen Fruchtbarkeit ein regelmäßiger Überwachungs- bzw. Verjüngungsschnitt empfohlen wird (Erziehungsschnitt in den ersten etwa zehn Jahren, danach Ertragsschnitt im Abstand von zwei bis drei Jahren). Die Sorte gilt als anspruchslos gegenüber Boden und Klima, bevorzugt jedoch warme, leichte Böden; sie ist windfest, kommt auch in raueren Lagen Mitteleuropas bis in die Alpen zurecht und ist noch für Höhenlagen über 400 m geeignet. Ältere Literatur (Gaucher 1894) hebt hervor, dass sie auch strenge Winter gut übersteht. Gesundheitlich gilt sie insgesamt als robust, mit nur geringer Schorfanfälligkeit und guter Frosthärte, ist aber deutlich anfällig für Feuerbrand und verträgt Kupferspritzmittel schlecht. Der Ertrag setzt früh ein und ist hoch bis sehr hoch, nach mehreren Quellen jährlich. Die Blüte liegt ziemlich früh; die Sorte ist ein schlechter Pollenspender und braucht daher gute Befruchter – genannt werden u. a. 'Clapps Liebling', 'Gellerts Butterbirne', 'Gute Luise', 'Köstliche aus Charneux', 'Williams Christbirne' und 'Bunte Julibirne'. Wegen der Wuchsstärke wird sie als gut für Streuobst, weniger für den Hausgarten geeignet eingestuft; sie lässt sich in verschiedenen Erziehungsformen bis zum Spalier ziehen, auf Quitte ist eine Zwischenveredlung erforderlich. In Nordrhein-Westfalen steht sie auf der Vorschlagsliste für alte Streuobstsorten. Angaben zur Lebensdauer oder zur Eignung als Straßenbaum liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Geschmacklich ist die Doppelte Philippsbirne eine gute Tafelbirne: das Fleisch ist zart schmelzend, sehr saftig, süß-säuerlich bis feinherb, mit süßem, muskiertem Aroma. Verwendet wird sie frisch sowie für den Haushalt – Einkochen, Kompott, Saftbereitung. Die Pflückreife liegt Anfang bis Mitte September; zu früh geerntete Früchte bleiben sauer und büßen stark an Qualität ein, die Früchte sitzen fest am Baum. Genussreif ist sie ab Anfang Oktober (Angaben schwanken zwischen September und Anfang Oktober), der Reifezeitpunkt kann je nach Witterung und Standort zwischen Anfang September und Anfang November liegen. Die Lagerfähigkeit ist gering: im Normallager etwa 14 Tage, danach wird die Frucht rasch teigig – sie sollte zeitnah verbraucht werden.

Die Früchte sind mittelgroß bis groß (etwa 65–95 mm lang, 58–78 mm breit), kurz kegel- bis kurz birnenförmig, schwach beulig, zum Stiel nur wenig eingezogen und stielseits deutlich abgeplattet; die Stielgrube ist typisch weit und mitteltief bis tief, der Stiel kräftig bis fleischig (5–8 mm dick, 10–25 mm lang) und wird oft von einer Fleischwulst zur Seite gedrückt. Kelchseits ist die Frucht stark abgeplattet, sodass sie gut steht; die Kelchgrube ist weit und flach bis mitteltief, der Kelch offen mit kurzen, hornartigen Blättern. Die Schale ist grünlichgelb, vollreif goldgelb, auf der Sonnenseite schwach gerötet, mit zahlreichen Lentizellen; das Fleisch ist gelblichweiß. Die Sorte ist ein Zufallssämling, der um 1800 in Belgien gefunden wurde; die eigentliche Herkunft ist unklar, laut Bivort war sie dort schon länger als „Double Philippe“ bekannt. Erstbeschrieben wurde sie 1847 von Bivort im Album de Pomologie. Van Mons kultivierte sie und widmete sie (1819) einem Grafen von Mérode-Westerloo, worauf die Synonyme Beurré de Mérode, Beurré de Westerloo und Doyenné de Mérode zurückgehen; Jahn vermutete, der Namensteil „Doppelte“ beziehe sich auf Abgrenzung zur kleinfrüchtigen 'Philippe le bon'. Weitere gebräuchliche Namen sind Albertine sowie im deutschen Sprachraum Sommerdiel/Frühe Diel. Die Sorte findet sich noch in ganz Deutschland in der Landschaft und in fast allen Sammlungen, in der Schweiz war sie in zahlreichen Kantonen des Mittellandes, Juras und der Voralpen verbreitet; 2006 war sie Streuobstsorte des Jahres des Verbands der Gartenbauvereine Saarland–Rheinland-Pfalz. Literatur: Bivort, Album de Pomologie 1 (1847), Tafel 26; Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Bd. 2 Birnen (1860), Nr. 206; Deutschlands Obstsorten, Lieferung 13 Nr. 148; Gaucher, Pomologie des praktischen Obstbaumzüchters (1894); Petzold, Birnensorten (1982); Silbereisen/Götz/Hartmann, Obstsorten-Atlas (1996); Mühl, Alte und neue Birnensorten; Hartmann, Farbatlas Alte Obstsorten. — Zusammengestellt nach obstsortenerhalt.de (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), ProSpecieRara, Arche Noah, Bergischer Streuobstwiesenverein (Jan Bade), Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz und Wikipedia.

Quellen: Doppelte Phillipsbirne – Arche Noah, Sortensteckbrief (PDF) · Doppelte Philippsbirne – Sortensteckbrief (evaundadam.at, PDF) · Herbstbirne 'Doppelte Philippsbirne' / 'Albertine' – Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit) · Birnbaum Doppelte Phillippsbirne – biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-29). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#gesund

Die Doppelte Philippsbirne wächst stark und bildet auf Sämlingsunterlage eine breitkugelige und gut verzweigte Krone. Mag leichte Böden.

Herbstbirne. Von Jan Bade zum weiteren Anbau empfohlen. #ZukunftsSorte

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
582 zkvNRND Streuobstplantage Rommelshard E10 2025 Karte
141 qSgovRX Streuobstplantage Spechtsberg C05 2025 Karte

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