Birne · Pyrus communis
Synonyme: Bunte Julius Birne, Colorée de Juillet, Gefärbte Julibirne, Julischönheit, Schönste Julibirne
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Der Baum der Bunten Julibirne bleibt klein: er wächst in der Jugend mittelstark, erschöpft sich dann aber schnell – auch infolge des früh und reich einsetzenden Ertrags –, sodass die Bäume nur geringe Endgrößen erreichen (Jan Bade, obstsortenerhalt.de). Der Bergische Streuobstwiesenverein gibt den Wuchs ebenfalls als mittelstark an und hält die Sorte für Hochstämme geeignet. Gesundheitlich wird sie als insgesamt relativ gesund beschrieben, kann aber etwas Schorf zeigen; der Bergische Streuobstwiesenverein bezeichnet sie sogar als robust mit hoher Schorf-Widerstandsfähigkeit. Angaben zu Krebs, Mehltau oder Feuerbrand fehlen in den Quellen. An Standort und Boden ist sie wenig anspruchsvoll: keine besonderen Wärmeansprüche, geringe Bodenansprüche, Anbau bis in Mittelgebirgslagen (etwa 350 m) empfohlen, wobei ein etwas wärmerer Standort das Sortenpotenzial besser ausschöpft. Der Ertrag setzt früh ein – etwa ab dem dritten Standjahr – und fällt dann mittelhoch und regelmäßig aus. Die Blüte erscheint mittelfrüh, mit acht Einzelblüten je Blütenstand; zur Befruchtung (Pollenspender, Diploidie) liegen keine Angaben vor, ebenso wenig zur Lebensdauer. Zur Streuobsteignung widersprechen sich die Quellen leicht: Jan Bade empfiehlt sie als ertragreiche sehr frühe Birne eher für den Hausgarten als für die Streuobstwiese, während der Bergische Streuobstwiesenverein sie auch für den Streuobstanbau (Garten und Streuobstwiese) für geeignet hält. Die Früchte gelten als windfest bis kurz vor der Baumreife.
Geschmacklich ist die Bunte Julibirne eine frühe Tafelbirne: das Fruchtfleisch ist saftig, aber höchstens halbschmelzend und angenehm mild süßlich; der Bergische Streuobstwiesenverein beschreibt sie als weich, halbschmelzend, saftig, schwach süßsäuerlich und ohne ausgeprägtes Aroma. Sie gilt dort als eine der frühesten schmackhaften Tafelbirnen. Pflück- und Genussreife fallen praktisch zusammen: Mitte Juli bis Anfang August, nach Bade Ende Juli/Anfang August und damit nach der Julidechantsbirne. Wichtig für die Praxis ist der schmale Erntetermin – die Frucht muss gegessen werden, bevor sie ganz gelb wird; bei zu späterer Ernte werden die hartreifen Früchte mehlig und nicht saftig. Die Lagerfähigkeit ist der Hauptnachteil: nur wenige Tage, praktisch Sofortverbrauch. Verwendungen als Most, Dörrbirne oder Kochbirne sind in den Quellen nicht belegt.
Pomologisch ist die Frucht klein und in der Form etwas veränderlich, von kreiselförmig über eiförmig bis gedrungen birnenförmig, im Querschnitt fast rund und sich regelmäßig verjüngend; zum Kelch rundet sie sich ab, sodass sie oft nicht steht. Die Kelchgrube ist weit und flach, der Kelch halboffen mit sehr kurzen, am Grund getrennten Blättern; der Stiel ist kurz, meist kräftig, am Ansatz grün und dann braun werdend, in deutlicher, hellbraun berosteter Stielgrube. Die Schale hellt in der Reife von grün nach fahlgelb auf, eine gehauchte, gelegentlich streifige rötliche Deckfarbe ist häufig; die Kernhausachse ist leicht offen, die Kerne mit etwa 7,5 × 4 mm klein, mit Nase und wegen der frühen Reife oft noch weißlich. Herkunft: gezüchtet vom Baumschuler Boisbunel in Frankreich, mit den ersten Früchten 1857; der Originalname ist „Colorée de Juillet“, weitere überlieferte Namensformen sind „Bunte Julius Birne“ (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde) und „Julischönheit“ (Lauche). Die heutige Verbreitung ist schwer einzuschätzen, da die Sorte wegen der sehr frühen Reife bei Kartierungen und Bestimmungstagen kaum auftritt; der Verfasser fand nur drei Altbäume in der Landschaft, in Sammlungen ist sie vertreten, der Gefährdungsgrad wird als „stark gefährdet“ eingestuft. Verwechslungen sind wegen der sehr frühen Reife in Kombination mit der Fruchtform kaum zu erwarten; die Julidechantsbirne ist kleiner bzw. weniger eiförmig. Historische Literatur u. a.: Boisbunel, Revue Horticole 1865 (Poire Colorée de Juillet); Lucas/Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Supplement Birnen 1879, Nr. 672; Müller/Bißmann u. a., Deutschlands Obstsorten, Nr. 145; Kessler, Birnensorten der Schweiz 1948; Petzold, Birnensorten 1982, S. 88. – Beschreibung nach dem Sortenporträt von Jan Bade (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein) und den Angaben des Bergischen Streuobstwiesenvereins.
Quellen: Bunte Julibirne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Sortenporträt Jan Bade) · Pomologen-Verein – Obstsorten-Portal, Bunte Julibirne (ID 26457) · Bunte Julibirne – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Bunte Julibirne – BUND-Lemgo Obstsortendatenbank · Sommerbirne 'Bunte Julibirne' – Baumschule Horstmann (geringe Verlässlichkeit)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-29). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
sehr gering anfällig gegen Gitterrost
Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein
| Baum | treedoc-ID | Bongert | Position | Pflanzjahr | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| 470 | sTGSlXY | Streuobstplantage Rommelshard | L08 | 2025 | Karte |
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