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Bergischer Herrenapfel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Rösrath, Bergisches Land, um 1900 oder früher
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
hochrund bis pyramidal, schlank
Gefährdung
stark gefährdet
Ernte
Anfang Oktober (10A-10A)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
1. Oktober – 31. Dezember (10A-12E)
Wikidata
Q136450333

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst

#gesund

Synonyme: Herrenapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Bergische Herrenapfel wächst mittelstark bis stark, bildet schlanke Gerüstäste und eine hochrunde bis pyramidale, insgesamt eher schmal bleibende Krone; im äußeren Kronenbereich hängt das Fruchtholz stark. Die Sorte gilt als äußerst gesund: Anfälligkeiten für Obstbaumkrebs, Mehltau oder Schorf werden nicht beobachtet. Der Ertrag ist hoch und regelmäßig bei leichter Alternanz. Die Blüten öffnen sich mittelfrüh, die Sorte ist diploid und damit als Pollenspender geeignet. Wegen des gesunden Wuchses ist sie breit anbaufähig und für Streuobstwiesen sehr gut geeignet; gemieden werden sollten lediglich sehr trockene (nach der älteren Fassung des Sortenporträts: sehr sandige und trockene) Standorte. Zur Lebensdauer gibt der Sortenautorin zufolge der Rösrather Fundbaum einen Hinweis: Er ist trotz starker Stammwunden rund 120 Jahre alt und steht noch. Angaben zu bevorzugter Höhenlage oder zu geeigneten Befruchtersorten liegen in den vorliegenden Quellen nicht vor.

Das Fruchtfleisch ist süß mit geringer Säure, ausgesprochen saftig und knackig-fest, das angenehme Aroma erinnert etwas an Birne; der Pomologen-Verein NRW beschreibt die Früchte als knackig süß-säuerlich und verhältnismäßig aromatisch – die Säureeinschätzung schwankt also leicht zwischen den Quellen. Pflückreife ist Anfang Oktober, die Äpfel sind direkt vom Baum essbar und bis November/Dezember lagerfähig. Hauptverwendung ist Tafelobst – der Apfel wird auch gern von Kindern gegessen –, daneben eignet er sich für Apfelsaft und Apfelmus bzw. als Küchenapfel, wobei zur Saftbereitung eine Beimischung säurereicherer Sorten ratsam sein kann.

Pomologisch sind die Früchte mittelgroß, leicht hochgebaut und kegel- bis fassförmig, mit sehr variablem Relief von ebenmäßig bis kantig oder beulig. Die Grundfarbe ist grün-gelb mit gehauchter roter Backe und oft angedeuteter Streifung, am Baum sind die Früchte bereift. Auffällig sind die schüsselförmige, regelmäßig faltige Kelchgrube (Fleischperlen möglich) und die enge, tiefe Stielgrube mit nur geringer, fein hellbrauner oder fehlender Berostung; der Stiel ist grün-gelb, dünn und kurz bis mittellang. Die zarte Schale zeigt teils markante Rostfiguren, deren Ausmaß je Jahr und Besonnung stark schwankt. Im Schnitt tritt eine deutliche Kelchröhre hervor, die Kerne sind orange-hellbraun. Verwechslergefahr besteht u. a. mit Zuccalmagliorenette, Edelborsdorfer, Seebaerborsdorfer, Ditzels Rosenapfel und Lombards Kalvill. Die Herkunft ist unbekannt, vermutlich Bergisches Land um Rösrath bei Köln, um 1900 oder früher; Synonym ist "Herrenapfel" (im Bergischen/Rheinland). Verbreitet war die Sorte lokal in Rösrath und den umliegenden Orten (Bensberg, Overath, Siegburg, Köln) – praktisch auf jedem Rösrather Hof stand ein Baum, heute existieren nur noch sehr wenige, etwa hundertjährige Baumruinen, und in Baumschulen wurde die Sorte lange nicht mehr vermehrt; sie wird als vom Aussterben bedroht eingestuft. 2025 war der Bergische Herrenapfel Regionalsorte/Apfel des Jahres der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen im Pomologen-Verein. Literatur: "Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt" (LVR-Netzwerk / Biologische Stationen im Rheinland, 2. Aufl. 2017) sowie C. Pfeffer, "Bergischer Herrenapfel – über seine Auffindung", Jahresheft des Pomologen-Vereins 2021, S. 128. Die Beschreibung beruht im Kern auf dem Sortenporträt von Carina Pfeffer (obstsortenerhalt.de und pfeffer-land.de) sowie auf der Sortenvorstellung der Landesgruppe NRW des Pomologen-Vereins.

Quellen: Bergischer Herrenapfel · Bergischer Herrenapfel – Carina Pfeffer (pfeffer-land.de) · LG Nordrhein-Westfalen – Pomologen-Verein · Obst-Arboretum · Bergischer Herrenapfel – NABU Niederkassel · Schüler pflanzten „Bergischen Herrenapfel“ – Rheinische Anzeigenblätter (geringe Verlässlichkeit) · Referenzen Pomologie/Obst – Carina Pfeffer · Obstbäume kaufen – Carina Pfeffer

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-28). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#gesund

In der Literatur

Ein süßer, knackiger und saftiger  Apfel mit wenig Säure und charakteristischem Aroma. Sehr empfehlenswert! (Carina Pfeffer)

Mittelstark bis starkwüchsig. Schlanke Gerüstäste, Krone hochrund bis pyramidal. Gesund, keine Anfälligkeiten für Krebs, Mehltau oder Schorf. Diploid. Mittelfrühe Blüte

Weblinks

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