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Bäumche(n)sapfel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Bergisches Land
Seit
1887
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
ausladend, schleudrig
Gefährdung
stark gefährdet
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Genussreife
1. Oktober – 31. Dezember (10A-12E)
Wikidata
Q140700887

Tafelobst Wirtschaftsobst Kochobst

#BergischeLokalsorte#anspruchslos#langlebig#säurearm

Synonyme: Bäumchesapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum des Bäumche(n)sapfels wächst nach der Sortenbeschreibung von Hans-Joachim Bannier mittelstark bis starkwüchsig und bildet im Alter relativ große, ausladende und sehr dicht verzweigte Kronen, deren Feinholz etwas hängt; die Bäume können sehr alt werden. Die Sorte gilt als robust und bezüglich des Standortes breit anbaufähig, wenig anfällig für Schorf und Mehltau sowie als sehr widerstandsfähig gegen Obstbaumkrebs – bei Jungbäumen wurde Krebs allerdings vereinzelt beobachtet. Damit wird sie als typische Sorte für den extensiven Streuobstanbau eingeschätzt; auch die Landwirtschaftskammer NRW führt sie in der Streuobst-Sortenempfehlung für Nordrhein-Westfalen als robusten, breit anbaubaren Baum, und der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW empfiehlt sie als Streuobst-Anbausorte. Eine Darstellung des Zweckverbands Naturpark Bergisches Land bezeichnet den Baum ebenfalls als starkwüchsig und kaum krankheits- bzw. schorfanfällig und hält ihn auch für den Hausgarten und für rauere Klimalagen geeignet. Zu Blütezeit, Befruchtungsverhältnissen und zum Ertragsverhalten (früh oder spät einsetzend, regelmäßig oder alternierend) liegen in den ausgewerteten Quellen keine Angaben vor.

Geschmacklich sind die Früchte süßlich und leicht aromatisch bei fehlender Säure; die Sorte wird überwiegend als Wirtschaftssorte genutzt, klassisch zur Herstellung von Apfelkraut, und taugt als Tafelapfel für Liebhaber säurearmer Äpfel. Die Pflückreife liegt etwa Ende September bis Anfang Oktober (Erntefenster nach dem Bergischen Streuobstwiesenverein etwa 23.09.–06.10.); bis Dezember sollten die Früchte verbraucht sein, die Lagerfähigkeit wird mit etwa zwei Monaten angegeben. Die geschmackliche Gesamtbewertung in der Kurzcharakteristik des Bergischen Streuobstwiesenvereins fällt entsprechend mit „3-“ eher zurückhaltend aus. Abweichend nennt die Rezept-/Sortenseite des Naturparks Bergisches Land eine Genussreife bis Februar und eher kleine Früchte – diese Angaben stehen im Widerspruch zu Banniers Beschreibung und sind mit Vorbehalt zu sehen.

Pomologisch ist der Bäumche(n)sapfel ein Streifling: Frucht mittelgroß, hochgebaut kegelförmig, zum Kelch verjüngt, mit variabel mehr oder weniger ausgeprägten Kanten um den Kelch, die von dort über die Frucht verlaufen; der Querschnitt ist unregelmäßig rund bis leicht kantig. Angaben zu Grund- und Deckfarbe im Detail, Berostung, Stiel und Fruchtfleischbeschaffenheit fehlen in den zugänglichen Quellen. Die Sorte ist eine Lokalsorte des Bergischen Landes; sie war dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – möglicherweise schon früher – verbreitet und wurde erstmals unter dem Namen „Bäumchensapfel“ von Th. Engelbrecht 1887 im „Vereinsblatt des Deutschen Pomologen-Vereins“ (S. 60) sowie 1889 in „Deutschlands Apfelsorten“ beschrieben (dort in der Sortenliste als „Bäumchens Apfel“ geführt). Im Raum Leverkusen, Leichlingen, Langenfeld, Solingen, Burscheid, Wermelskirchen und Radevormwald war sie bis zum Zweiten Weltkrieg in den Streuobstbeständen recht verbreitet, heute ist sie im Streuobst nur noch sehr selten und in Baumschulen seit Jahrzehnten kaum im Angebot; sie wird als stark gefährdet eingestuft. Verwechslersorten sind laut Bannier u. a. Salome, Notarisapfel, Alantapfel, Mutterapfel, eventuell Rheinisches Seidenhemdchen, Geheimrat Breuhahn, Wilstedter Apfel, Johannes Böttner und Stahls Winterprinz. Die Angaben folgen im Kern H.-J. Bannier (Sortenporträt im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt / Pomologen-Verein, übernommen aus dem LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“, 2010) sowie der Kurzbeschreibung des Bergischen Streuobstwiesenvereins und der NRW-Streuobstsortenliste der Landwirtschaftskammer.

Quellen: Bäumche(n)sapfel – Sortenbeschreibung (Pomologen-Verein, H.-J. Bannier) · Bäumchensapfel · Bäumchesapfel – Bergischer Streuobstwiesenverein (Remscheider Streuobstblog) · Obstsortenempfehlung für Streuobst NRW – Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (PDF) · Apfelkraut vom Bäumchensapfel – vielfalt-lebt.de (Naturpark Bergisches Land) · Oberbergischer Kreis – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Reiserbezug) · Rheinisch-Bergischer Kreis – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Reiserbezug) · Th. Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten (1889) – Digitalisat TU Braunschweig · Obstsortenliste Engelbrecht Th., Deutschlands Apfelsorten 1889 (PDF, BUND Lemgo) · Publikationen – Biologische Stationen im Rheinland / LVR · Abshof Düsseldorf – Obstsortenliste des Naturschutzprojekts (geringe Verlässlichkeit)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-26). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#langlebig #säurearm #anspruchslos #BergischeLokalsorte

In Radevormwald hatten wir mehr als ein Dutzend Bäumchensäpfel, die in der Zwischenkreigszeit gepflanzt und Anfang der Neunziger Jahre gefällt wurden.

Es gibt auch den Doppelter Bäumche(n)sapfel.

Am 10. Oktober liegen alle Äpfel am Boden.

Eigene Beobachtungen

Verfärbungen an den Blättern, in Summe jedoch wüchsig.

Stamm scheint nicht sehr gerne gerade zu wachsen.

In der Literatur

Der Baum der Sorte Bäumchesapfel ist mittelstark bis starkwüchsig und bildet im Alter relativ große, ausladende, sehr dicht verzweigende Kronen, die im Feinholzbereich etwas hängen.

Die Sorte ist robust und bezüglich des Standortes breit anbaufähig, wenig anfällig für Schorf und Mehltau. Auch gilt sie als sehr widerstandsfähig gegen Obstbaumkrebs, wenngleich bei Jungbäumen vereinzelt Krebs beobachtet wurde. Die Bäume können sehr alt werden.

Wirtschaftsobst für die Apfelkrautherstellung. Früchte süßlich, leicht aromatisch bei fehlender Säure. Baum starkwüchsig, robust gegenüber Krankheiten. Streuobstsorte.

Der Bäumchesapfel wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 3

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
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