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Alter Gravensteiner

Apfel · Malus domestica

Seit
1760
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit, hochkugelig
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Ende August (08E)
Blüte
früh
Genussreife
1. September – 31. Oktober (09A-10E)

Wirtschaftsobst

#langlebig

Synonyme: Blumenkalvill, Diels Sommerkönig, Grafensteiner, Gravensteiner, Marbapfel, Paradiesapfel, Sommerkalvill, Sommerkönig, Stroemling

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst kräftig und bildet eine breite Krone, in der Regel mit einem stark aufwärts strebenden Leittrieb; er lässt sich als Hochstamm wie als Buschbaum erziehen und ist auf allen gängigen Unterlagen veredelbar (Lijsten/Beeftink, Nederlandsche Fruitsorten). In der Streuobstpraxis gilt er als starkwüchsig mit im Alter weit ausladender, großer Krone. Gesundheitlich ist die Sorte anspruchsvoll: anfällig für Schorf und Mehltau, dagegen weniger anfällig für Obstbaumkrebs; die Blüten sind frostempfindlich, und bei schwachem Behang neigen die Früchte zur Stippe. Eine Besonderheit ist die weite Verbreitung von Viren bzw. Phytoplasmen im Sortenmaterial – bei der Baumwahl sollte auf virusgetestetes Material geachtet werden (de.wikipedia). Der Bergische Streuobstwiesenverein hält die Sorte im Bergischen für vergleichsweise robust gegenüber Schorf, beobachtete im niederschlagsreichen Jahr 2024 auf schweren Böden aber Anfälligkeit. Klimatisch ist der Anspruch an die Vegetationszeit gering: die benötigte Wachstumsperiode ist kurz, weshalb die Sorte in Norwegen noch bei 60° nördlicher Breite angebaut werden kann; Anbauschwerpunkte lagen im Ostseeraum, in Skandinavien, in der Schweiz und in Nordamerika, überall mit rückläufiger Fläche. Der Ertrag ist die Schwachstelle: junge Bäume tragen lange nicht, der Ertrag ist unregelmäßig und gering bis mittel; historische Quellen nennen den Baum in der Jugend schlecht und auch später nur mäßig fruchtbar. Die Sorte alterniert und sollte in Ertragsjahren nach der Blüte ausgedünnt werden. Die Blüte ist früh und lange anhaltend, spätfrostempfindlich; der Gravensteiner ist ein schlechter Pollenspender und braucht selbst einen Befruchter – als gleichzeitig blühend werden u. a. Manks Codlin, Ribston Pepping und Landsberger Renette genannt. Gut gepflegte Bäume werden groß und alt; belastbare Zahlen zur Lebensdauer fanden sich nicht. Wegen der kurzen Stiele fallen die Früchte leicht vor der Vollreife ab, was im Erwerbsanbau zu einem hohen Fallobstanteil führt.

Geschmacklich gehört die Sorte zu den hochgeschätzten Frühherbstäpfeln: das Fleisch ist weiß bis hellgelb, fest, sehr saftig, frisch säuerlich mit ausgeprägtem, feinem Aroma, das als sortentypisch gilt. Der Bergische Streuobstwiesenverein nennt sie wegen der edelaromatischen, saftigen Früchte bis heute beliebt. Die Pflückreife beginnt Ende August bis Anfang September; weil die Früchte ungleichmäßig ausreifen, sind mehrere Pflückdurchgänge nötig. Die Genuss- bzw. Gebrauchszeit reicht nach älteren Angaben von September bis Oktober – ein Lagerapfel ist der Gravensteiner also nicht (eine Baumschulseite nennt Haltbarkeit bis Dezember, was den Fachangaben widerspricht). Geschätzt wird er vor allem als Tafelapfel; Angaben zur Verwertung (Küche, Mus, Saft) finden sich nur in weniger belastbaren Quellen und sind hier nicht sicher belegt.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß (um 130 g), ungleichförmig und kantig gebaut, meist breiter als hoch, mit typisch breiten Kanten über der Frucht und tiefer, oft stark gerippter Kelcheinsenkung; der Kelch ist mäßig groß, geschlossen bis halboffen, der Stiel kurz und flach bzw. in enger Stielgrube sitzend. Die Schale ist glatt, hart und fettend, zunächst hellgrün, zur Reife lebhaft gelb, sonnenseits karmin- bis orangerot gestreift und punktiert; in schattiger Lage kann die Röte fehlen. Das Kernhaus ist mäßig groß mit wenigen Samen. Die Herkunft ist ungewiss: die Sorte soll aus Italien oder Holland stammen und nach Gravenstein (Kreis Apenrade, Schleswig-Holstein) gebracht worden sein; die erste Beschreibung erfolgte 1788 durch Hirschfeld, der Italien als Herkunft angibt, niederländische Quellen nennen das Dorf Gravenstein als Ursprung und einen Handelsbeginn um 1760. 2005 wurde der Apfel in Dänemark zum nationalen Apfel gekürt; in Norwegen ist er inzwischen von seinem Abkömmling 'Aroma' als Hauptsorte abgelöst worden. Gebräuchliche Synonyme sind Blumenkalvill, Grafensteiner, Paradiesapfel und Sommerkönig. Historische Sortenbeschreibungen liegen u. a. bei Engelbrecht (Deutschlands Apfelsorten), in 'Unsere besten Deutschen Obstsorten', in der Farbtafelreihe 'Nach der Arbeit' sowie in Zschokkes Schweizerischem Obstbilderwerk vor (Zusammenstellung: BUND Lemgo / Obstsortendatenbank).

Hinweis zum Namen: Der Zusatz 'Alter' ist in den pomologischen Datenbanken nicht als eigene Sorte geführt – dort stehen 'Gravensteiner' und, davon getrennt, der rote Mutant 'Roter Gravensteiner'. Im Baumschulhandel bezeichnet 'Alter Gravensteiner' den ursprünglichen, grüngelb-rotgestreiften Typ in Abgrenzung zu den roten Abarten; die vorstehende Beschreibung beruht daher auf Quellen zum Gravensteiner (nach Lijsten/Beeftink, BUND Lemgo, Streuobst in Bayern, Bergischer Streuobstwiesenverein und de.wikipedia).

Quellen: Gravensteiner – BUND Lemgo, Obstsortendatenbank · Gravensteiner – Farbtafel 'Nach der Arbeit' (PDF) · Gravensteiner – Wikipedia · Apfelbaum Alter Gravensteiner – biobaumversand.de (geringe Verlässlichkeit) · Portrait: Apfelsorte 'Gravensteiner' – gartenforum.de (geringe Verlässlichkeit) · Apfel 'Gravensteiner' – selbstversorger.de (geringe Verlässlichkeit) · Apfel 'Gravensteiner' – Native Plants Pflanzenversand (geringe Verlässlichkeit) · Gravensteiner Apfel – floristikhaenni.ch (geringe Verlässlichkeit) · Gravensteiner – dewiki.de (geringe Verlässlichkeit) · Apfelsorten für Streuobstwiesen (PDF, Stadt Walldorf)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-27). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Super #langlebig , kann über 200 Jahre alt werden.

Auch Grafensteiner genannt. Was anderes, als Roter Gravensteiner. Je gelber, je leckerer. Lecker, wenn es bei leichtem Schütteln abfällt. Jürgen hat einen Original Edelreis.

Eigene Beobachtungen

Angeblich steht der 200 Jahre alte Urbaum in Dänemark im Wald.

Schiebt sehr früh die Blüten.

In der Literatur

Ende August reifender, hervorragender Tafelapfel. Das Fruchtfleisch ist saftig süß und knackig mit feiner Säure. Wie alle frühen Sorten nur kurz haltbar aber vom Geschmack nach wie vor einer der Besten. Der geeignete Standort muss bedacht werden (Carina Pfeffer)

Der Baum fällt durch kräftigen Wuchs auf. Dieser hält bis ins Alter an. Die Leitäste allerdings setzen flach an. Im Kroneninnern kann eine leichte Verkahlung auftreten. Die Kronen von Hochstämmen sind breit ausladend und groß. Ohne weitere Pflege hat der Baum fast ausschließlich Langtriebe, durch Pflegemaßnahmen wie Sommerschnitt und Binden können auch Kurztriebe hervorgerufen werden. Die Rinde des Baums ist auffallend grünlich-braun gefärbt.1(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-:0-1) Der Baum kann bis zu 100 Jahre alt werden;6(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-:7-6) einzelne bis zu 200 Jahre alte Exemplare wurden festgestellt. Die Früchte wachsen an einjährigen Kurztrieben, einjährigen Langtrieben, die mehr als 25 Zentimeter lang sind und an zweijährigen Langtrieben. Etwa die Hälfte der Früchte wächst dabei an den zweijährigen Langtrieben.1(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-:0-1) der Ertrag ist unregelmäßig und gering bis mittel.1(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-:0-1) Durch die kurzen Stiele fallen die Äpfel oft zu Boden, bevor sie voll ausgereift sind, so dass im kommerziellen Anbau etwa 40 % der Äpfel nicht vom Baum geerntet, sondern vom Boden aufgelesen werden. Erschwerend für den kommerziellen Anbau kommt hinzu, dass die Reife zeitlich unregelmäßig erfolgt, so dass mehrere Pflückdurchgänge notwendig sind.23(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-23) Die Pflückreife ist von Ende August bis Mitte September. (Wikipedia)

BUND Lemgo

Die vermutlich aus Italien stammende Sorte Gravensteiner gehört zu den in ganz Europa verbreiten Apfelsorten. Sie wird bei fast allen Pomologen beschrieben. Eine erste Beschreibung mit farbiger Abbildung gibt es bei Sickler im Jahr 1804.

Download Bericht Sickler

In Deutschlands Obstsorten (s. Abb.rechts) wurde er ebenso aufgenommen.

Im Laufe der Jahre entstanden viele Abarten, u.a. Roter Gravensteiner, Gravensteiner aus Arreskop, Gravensteiner aus Gundestrup, Gravensteiner aus Taarnborg, Naundorfer Gravensteiner usw.

Historie

1890 veröffentlichte der Handelsgärtner A. D. Livoni einen Bericht "Über den Gravensteiner Apfel" wie er aus Italien zu Beginn des 18ten Jahrhunderts nach Dänemark in den Garten des Schlosses Gravenstein gekommen ist. Er wurde zunächst Grevens Aeble (des Grafen Apfel) genannt. 1933 wurde der Bericht von Livoni noch einmal in der Nordschlesischen Zeitung veröffentlicht.

Download Bericht Nordschlesische Zeitung

In der Obstsortendatenbank gibt es zur Sorte weitere Abbildungen und Beschreibungen

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
037 UX0cSar Streuobstplantage Gartenfeld 2023 Karte
614 GX95w52 Streuobstplantage Rommelshard A07 2026 Karte

Weitere OSM-Bäume 5

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
10858750851 Gravensteiner Malus domestica 51.14927, 10.01047
11835304848 Gravensteiner Malus domestica 52.89294, 9.19690
12848530631 Gravensteiner 51.44724, 10.44160
13702124878 Gravensteiner Malus domestica 49.77908, 9.97349
13807985827 Gravensteiner 49.30960, 9.60256

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.