obstdoc / Alexander Lucas
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Alexander Lucas

Birne · Pyrus communis

Herkunft
Blois an der Loire, Frankreich
Seit
1874
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
hochpyramidal, später überhängend
Ernte
Ende September – Anfang Oktober (09E-10A)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Anfang Oktober – Anfang Dezember (10A-12A)
Wikidata
Q2642590

Tafelobst Wirtschaftsobst

#inZukunftNichtMehrPflanzen#tripolid

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum von 'Alexander Lucas' wird in den Quellen unterschiedlich, aber im Kern ähnlich beschrieben: Der Wuchs ist mittelstark bis anfangs stark und lässt später deutlich nach; jung strebt der Baum mit dominantem Mitteltrieb und hochpyramidaler Krone auf, die Verzweigungen sind lang und dünn, und in der Ertragsphase hängt das Holz über (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt/Jens Meyer; BOGL Baden-Württemberg). Die niederländische Pomologie der Fruitteelt-Sammlung nennt den Wuchs mäßig mit schlaff hängendem Holz und weist darauf hin, dass der Baum sich schwer formen lässt und auf Quitte nur mäßig wächst, während er auf Sämling gut geht; der Bergische Streuobstwiesenverein (Sortenporträt von Jan Bade) gibt „mittelstarker Wuchs“ und Eignung für Garten und Streuobstwiese an. Wegen des später stark nachlassenden Wuchses gilt die Sorte im Erhalternetzwerk nur als bedingt streuobsttauglich; das BOGL hält sie für alle Baumformen geeignet, Hochstamm ebenso wie Spindel auf Quittenunterlage. Zentraler Punkt der Baumgesundheit ist der Schorf: Die Sorte ist sehr stark schorfanfällig (auch Triebschorf) und daher nur für windoffene Standorte bzw. mit Pflanzenschutz zu empfehlen — das Erhalternetzwerk zählt sie heute zu den „Schorfmeistern“ und verweist darauf, dass Petzold sie 1982 unter dem kontinental geprägten Klima von Wurzen (Sachsen) noch als widerstandsfähig und schorfarm beschrieb; die Wikipedia-Angabe „sehr robust, leidet kaum an Krankheiten“ steht dazu im Widerspruch und dürfte diese älteren Einschätzungen wiedergeben. Ansonsten wird die Krankheitsanfälligkeit als gering angegeben; auf kalkhaltigen Böden tritt Chlorose auf. Besondere Wärmeansprüche bestehen nicht, der Anbau ist bis in windgeschützte Mittelgebirgslagen (etwa 350 m) möglich. Bei den Bodenansprüchen widersprechen sich die Quellen: keine besonderen Ansprüche (BSOWV), durchlässiger Boden nötig, auch für raue Standorte noch geeignet (BOGL), dagegen guter, nährstoffreicher Boden und nicht für leichte Böden (niederländische Quelle). Der Ertrag setzt früh ein und ist regelmäßig und hoch; da die Früchte früh zum Fruchtfall neigen, empfiehlt sich die Ernte kurz vor der eigentlichen Pflückreife. Die Blüte ist mittelfrüh (nach LWG Bayern etwas früher als bei den meisten anderen Sorten), pro Blütenstand 8–10 Einzelblüten. Die Sorte ist triploid und deshalb als Pollenspender für andere Birnen unbrauchbar; sie nimmt selbst Pollen fast aller Pyrus-Formen an, und gelegentlich bilden sich parthenokarpe Früchte, sodass auch nach Blütenfrost Ertrag möglich ist. Angaben zur Lebensdauer oder zur Eignung als Straßenbaum fanden sich nicht.

Geschmacklich ist 'Alexander Lucas' eine saftige, halbschmelzende bis schmelzende, mild- bis vorwiegend süße Birne mit nur schwacher Säure und schwachem Aroma; das Fleisch wird als „häufig etwas flach“, aber sehr saftig beschrieben, die Schale als derb und beim Essen störend. Die niederländische Beschreibung stuft die Fruchtqualität als mäßig ein und begründet die frühere Bedeutung im Erwerbsanbau mit dem ansehnlichen Äußeren und der günstigen Verwertungszeit. Genutzt wird sie vor allem als Tafelbirne, nach BOGL auch als Wirtschaftsbirne. Die Pflückreife liegt Ende September bis Anfang Oktober, die Genussreife von Oktober bis Anfang Dezember (Erhalternetzwerk: Ende Oktober bis Anfang Dezember; niederländische Quelle: Gebrauchszeit Dezember); im Naturlager hält sie sich rund zwei Monate, nach BOGL bis Weihnachten. Angaben zu Most, Brand oder Dörren liegen nicht vor.

Die Frucht ist groß (etwa 150–250 g), kreisel- bis kurz kegelförmig oder stumpfkegelig, gleichmäßig gebaut, oft leicht schief; die Grundfarbe ist grün und hellt zu schmutzig- bis hellgelb auf, eine Deckfarbe fehlt meist oder erscheint als schwach gehauchtes Orangerot, dazu viele feine Lentizellen und meist eine kleine Rostkappe am Stiel, öfter auch ein netzartiger Rostklecks in der Kelchgrube. Der kurze, 10–20 mm lange Stiel ist keulig verdickt und sitzt in einer typisch tiefen, etwas beuligen Stielgrube; der Kelch ist geschlossen mit übereinandergeschlagenen Blättern in weiter, faltiger Kelchgrube; das Kernhaus ist klein, die Kerne sind meist schlecht ausgebildet. Als Verwechsler gelten 'Minister Dr. Lucius' (Reife im September, säuerliches Fleisch) und 'Doppelte Philippsbirne' (reift bereits im September). Die Sorte wurde um 1870 von einem Herrn Alexandre Lucas in einem Wald bei Blois an der Loire (Frankreich) gefunden und 1874/75 von der Baumschule der Gebrüder Transon bei Orléans in den Handel gebracht; der ursprüngliche französische Name ist 'Beurré Alexandre Lucas', weitere Schreibvarianten sind 'Alexander Lukas' und 'Alexander Lukas Butterbirne'. Erstbeschreibungen erschienen 1875 in der Revue Horticole, 1886 in den belgischen Bulletins d'Arboriculture und in den Pomologischen Monatsheften. In Deutschland nahm der Anbau ab etwa 1910 zu, ab 1950 gehörte die Sorte zum Standardsortiment und ist bis heute häufig in Gärten, Streuobst, teils Erwerbsanlagen und im Handel; im französischsprachigen Raum hat sie sich dagegen kaum durchgesetzt. Weitere Literatur: Deutschlands Obstsorten (Lieferung 13, Nr. 151), Petzold, Birnensorten (1982), Silbereisen/Götz/Hartmann, Obstsortenatlas (1996). Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von Jens Meyer (obstsortenerhalt.de), dem Porträt von Jan Bade (Bergischer Streuobstwiesenverein), dem BOGL Baden-Württemberg und der niederländischen Pomologie in der WUR-Sammlung.

[!! KEINE QUELLEN — die Beschreibung erschiene unbelegt. Quellen unten von Hand nachtragen (eine je Zeile, Format: URL | Titel | art/verlässlichkeit) oder nicht freigeben.]

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-07-29). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Winterbirne. Starker Schleuderwuchs.

#tripolid

Ist heute sehr schorfanfällig. #inZukunftNichtMehrPflanzen sagt Jan Bade.

In der Literatur

Sie ist sehr robust, leidet kaum an Krankheiten, und findet daher in Gärten große Verbreitung, zumal sie eine schmelzende Frucht mit einem guten Aroma vereinigt.

Weblinks

Auch bei: Bergischer Streuobstwiesenverein · Wikipedia (de)

Dokumentierte Bäume (treedoc) 4

Baumtreedoc-IDBongertPositionPflanzjahrKarte
XII FVKzlP0 Streuobstplantage Gartenfeld 1930 Karte
XXII g4Cxufi Streuobstplantage Gartenfeld 1930 Karte
566 3vgqv0f Streuobstplantage Rommelshard G11 2025 Karte
337 frffs 2025 Karte

Weitere OSM-Bäume 4

OSM-KnotenCultivar-TagArtKoordinaten
10858750862 Alexander Lucas Pyrus communis 51.15051, 10.00904
12983920647 Alexander Lucas Pyrus communis 49.77465, 10.00231
13280400947 Alexander Lucas Pyrus communis 49.78410, 9.99305
13280400950 Alexander Lucas Pyrus communis 49.78404, 9.99315

OSM-Bäume, die nicht bereits als treedoc-Baum geführt werden.